Donnerstag, 28. Oktober 2010

Container

Die erste große Herausforderung ereilte uns schon kurz nach unserer Rückkehr: Nach fünf langen Wochen sollte unser Container angeliefert werden, den wir natürlich sehnsüchtig erwartet hatten. Schließlich gewöhnt man sich im Laufe des Lebens an einige Dinge wie z.B. einen Kaffee-Vollautomaten, Lümmelsofa, Plüschtiere oder Kerzenleuchter und möchte diese nicht länger als notwendig missen, zumal sie einem das Gefühl vermitteln, dass „Heimat“ überall auf der Welt sein kann. 

Die Spedition rief also an, um den Liefertermin zu bestätigen. Dies war zweifellos eine gute Nachricht. Weniger gut war der gleichzeitige Hinweis, dass man in unsere enge Straße keinen Container liefern könne, sondern auf einen kleineren Möbeltransporter umladen müsste. Ich war sehr verblüfft. Schließlich wohnten wir in einer normalen Straße, die mir noch nie als besonders schmal aufgefallen war. Eine diesbezügliche Anmerkung hatte zur Folge, dass der Speditionsmitarbeiter erstens auf Satellitenbilder bei Google Maps und zweitens auf seine 30-jährige Erfahrung als Spediteur verwies. Offenbar war er in dieser langen Zeit noch nie in unsere Gegend gekommen und musste daher auf Luftaufnahmen auf dem Internet zurückgreifen. Sehr verwunderlich! Weniger verwunderlich war dann die Information, dass wir für das Umladen 400 $ zahlen sollten – am besten bar und natürlich vor der Entladung. Ich erwähnte, dass wir erst einmal klären müssten, wer diese zusätzlichen Kosten übernimmt und dass es wohl am besten sei, die Anlieferung um 1-2 Tage zu verschieben. Er wies mich daraufhin dezent darauf hin, dass sich der Termin leider um eine  ganze Woche verschieben würde, falls wir nicht bereits wären privat in Vorlage zu treten. So gingen die Verhandlungen noch eine Weile per Telefon und E-Mails hin und her, bis ich schließlich mit den Nerven am Ende einwilligte. 

Unsere Möbel wurden auch prompt am nächsten Tag angeliefert und bis auf das Skateboard meines Sohnes und einer Blumenvase hatten alle Teile die weite Reise unbeschadet überlebt. Wir begrüßten jedes Möbelstück wie einen guten alten Bekannten, packten begeistert aus, räumten ein und feierten mit unserem Hab und Gut ein fröhliches Wiedersehen. Überraschenderweise passten unsere manchmal etwas eigenwilligen Möbelkombinationen sehr gut in die hiesigen Räumlichkeiten und wir waren froh, so viele Möbelstücke aus Deutschland mitgenommen zu haben. 

Die fehlenden Möbel kauften wir bei Ikea ein, den es seit kurzem in Schaumburg, etwas außerhalb von Chicago, gibt. Die Produktpalette ist zwar nicht identisch mit der europäischen, aber die Auswahl immer noch recht stattlich. Zunächst hatten wir aufgrund unseres begrenzten Aufenthalts in Erwägung gezogen, Möbel bzw. die ein oder andere komplette Zimmerausstattung zu mieten. Aufgrund der Höhe des Mietpreises haben wir von diesem Vorhaben wieder Abstand genommen. Dies ist aber bestimmt eine interessante Alternative für kurzfristige USA-Aufenthalte, die auf einige Monate begrenzt sind. 






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