Samstag, 30. Oktober 2010

Sozialversicherungsnummer (social security number)

Nachdem uns die Einreise in die USA geglückt war, galt es nun im nächsten Schritt die überaus wichtige Sozialversicherungsnummer zu beantragen. Diese hat die Funktion eines allgemeinen Personenkennzeichens und wird nicht nur von der Sozialversicherung und im Gesundheitswesen, sondern auch von den Finanzbehörden, aber auch von privaten Unternehmen genutzt, um Auskünfte über bestimmte Personen einzuholen. Ohne eine solche Nummer ist man in den USA identitätslos und gilt als vogelfrei, denn man braucht diese Nummer nicht nur für alle Behördengänge sowie für den Umgang mit Banken und Versicherungen, sondern auch für weitere Anmeldungs- und Einkaufsaktivitäten.

Ich begab mich also auf der Website der Social Security Administration auf die Suche nach dem geeigneten Anmeldeformular. Bald wurde ich fündig und ließ gespannt die pdf-Version von SS-5 ausdrucken. Beim Ausfüllen stellte ich erstaunt fest, dass ich mich um den Status eines „Legal Aliens“ bemühte. So hatte ich mich bisher noch nie gesehen. Eine Liedzeile von Sting kam mir in den Sinn: „I am a legal alien, I am a legal alien. I am an Englishman in New York“. Ich schien also nicht die Erste zu sein, die dieses Schicksal ereilte. Das Nachschlagen im Wörterbuch beruhigte mich zusätzlich. Ich war nicht zwangsläufig eine Außerirdische, die in den USA um Aufnahme bat, sondern möglicherweise nur ein Fremdling oder Ausländerin bzw. Gebietsfremde. Nachdem ich das Formular für mich und die Kids ausgefüllt hatte, packte ich diese ins Auto und wir fuhren zum nächsten Social Security Office. 

Frohgemut zog ich eine Nummer und wartete, bis diese aufgerufen wurde. Die Beamtin am Schalter war zwar sehr nett, konnte aber nicht wirklich etwas mit meinen Anträgen anfangen. Nachdem sie sich lange unsere Pässe angesehen und mit ihren Kolleginnen besprochen hatte, händigte sie uns ein neues Formular aus und erklärte mir, wir seien leider nicht berechtigt eine Sozialversicherungsnummer zu  beantragen, denn wir hätten weder eine „Permanent Resident Card“, d.h. eine zeitlich unbeschränkte Aufenthaltserlaubnis, besser bekannt als „green card“ noch eine Arbeitserlaubnis (EAD = Employment Authorization Document) vorzuweisen. 

Sie verwies mich mit einem leichten Anflug von Mitleid an die amerikanische Einwanderungsbehörde USCIS (US Citizenship and Immigration Services). Immerhin eine leichte Gefühlsregung, aber meine ausgefüllten Formulare behielt sie ein. Als ich die Adresse in mein GPS eingab, stellte sich heraus, dass sich diese Behörde im Stadtzentrum befand, d.h. relativ weit von unserem derzeitigen Standort entfernt. Wir beschlossen daher, die Begegnung mit weiteren amerikanischen Beamten auf den morgigen Vormittag zu verschieben, um frisch und ausgeruht an die nächste bürokratische Hürde heranzugehen. Wer wusste schon, was dort auf uns zukam???

Link: Social Security Online

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