Die Suche nach einem geeigneten Domizil dauerte länger als geplant. Wir waren zwar hohe Mietpreise gewohnt, aber Chicago eröffnete uns ganz neue Dimensionen. Zwar hatten wir mit einer Maklerin diverse Objekte während unseres ersten Besuchs besichtigt, aber der Zustand der Wohnungen bzw. Häuser in Verbindung mit dem dafür geforderten Mietpreis machten uns ziemlich fassungslos. Manche Mietobjekte waren in einem solch desolaten Zustand, dass wir mutmaßten, das die letzten Mieter wohl schon kurz nach Ende des amerikanischen Bürgerkrieges ausgezogen sein mussten. Die Laune der Maklerin korrelierte zunehmend mit unserem schwindenden Optimismus eine passende Unterkunft zu finden. Ich beschloss daher auf eigene Faust im Internet zu recherchieren. Nachdem ich eine rührige Maklerin aufgetan hatte, die unser Budget nicht für völlig aussichtlos hielt, besichtigte ich virtuell Dutzende von Wohnungen, Häusern und weiteren seltsamen Immobilienobjekten, von denen es immerhin eine Handvoll in unsere engere Auswahl schafften.
Es reicht übrigens völlig aus mit einer Agentur zusammenzuarbeiten, da der Immobilienmarkt in USA offen ist, d.h. alle Makler greifen auf das gleiche Angebot zu. Da ich dies aber am Anfang nicht wusste, holte ich am Anfang Angebote von verschiedenen Immobilienfirmen ein, bis ich mir vorkam wie in dem Film „und täglich grüßt das Murmeltier“, denn ich schaute mir immer wieder die gleichen Häuser an.
Nach meiner Vorauswahl wurde mein Mann aktiv und besichtigte die Objekte unserer Begierde vor Ort, machte selbst Fotos und hilfreiche Notizen, die der anschließenden Besprechung via Skype dienlich waren. Und das Wunder geschah – nach einigen Wochen und zähen Verhandlungen wurden wir tatsächlich fündig. Ein kleines altes amerikanisches Holzhaus in einem adretten Stadtviertel im Norden Chicagos sollte unsere neue Basisstation werden. Immerhin besaß es einen kleinen Garten und eine große Garage – beides ein absoluter Luxus in Stadtnähe.
Ein großer Vorteil von amerikanischen Häusern ist, dass sie mit einer kompletten Küche, mehr als genügend Badezimmern sowie Waschmaschine und Trockner ausgestattet sind. Außerdem verfügen alle Schlafzimmer über eingebaute oder begehbare Kleiderschränke oder ganze Ankleidezimmer. Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass Amerikaner im Durchschnitt viel öfter umziehen als Europäer. Daher leben viele Amerikaner praktischerweise in sogenannten „mobile houses“, die sie bei Bedarf einfach aufladen und mitumziehen. Die Umzüge stehen in direktem Zusammenhang mit den häufigeren Jobwechseln, d.h. die Amerikaner ziehen sozusagen ihren Jobs hinterher und dies nicht selten durch das ganze Land.
Tipp: @properties
Tipp: @properties
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen