Nachdem ich mich nun schon seit einiger Zeit durch den amerikanischen Straßenverkehr bewege, glaube ich einen grundlegenden Unterschied festgestellt zu haben. In Deutschland benutzt man in der Regel ein Auto, um schnell von A nach B zu gelangen, d.h. es ist ein Fortbewegungsmittel, um Entfernungen möglichst schnell zu überbrücken. In den USA ist das Auto eher ein mobiler Aufenthaltsort, d.h. es wird munter telefoniert, gegessen, getrunken, geraucht und ab und ab mal kurz auf die Straße geschaut und bedächtig weitergerollt, falls es die Verkehrslage zulässt. Dies hängt natürlich mit den größeren Entfernungen zusammen. Dadurch sitzen die Amerikaner viel mehr Zeit im Auto und versuchen neben dem Autofahren auch noch andere Dinge zu erledigen.
Erschwerend kommt hinzu, dass es in Amerika ziemlich einfach ist eine Fahrerlaubnis zu bekommen. Die Voraussetzungen sind eine theoretische und eine praktische Prüfung sowie ein Sehtest. Der praktische Teil besteht darin, dass man einmal um den Block fährt! Das sind natürlich herrliche Prüfungsbedingungen, zumal der Führerschein schon mit 16 Jahren möglich ist. Sich mit dieser Grundausbildung auf den Highway zu trauen ist meiner Meinung nach eine echte Mutprobe! Kein Wunder, dass Amerikaner auf den deutschen Autobahnen das kalte Grausen packt. Es gibt wohl einen Aufkleber mit der Aufschrift: I survived the German Autobahn!
Interessanterweise tragen die Schulbusse sowie die meisten Lastwagen ein Schild auf der Rückseite mit der Aufschrift: “How am I driving?“ inklusive Telefonnummer für Rückmeldungen. Schade, dass diese Idee noch nicht in Deutschland angekommen ist.
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