Mittwoch, 15. Dezember 2010

The Chopping Block

Trotz der unzähligen Fast-Food-Ketten mit denen man mühelos alle Mahlzeiten abdecken kann, stehen die Amerikaner der gehobeneren Küche durchaus aufgeschlossen gegenüber. Es gibt in Chicago eine Reihe ausgezeichneter und sogar mit Michelin-Sternen dekorierte Restaurants für jeden Gaumen und jeden Geldbeutel. Ich entschied mich allerdings im ersten Schritt für die „Cook-it-yourself- Variante und buchte einen dreistündigen Pasta-Workshop bei dem renommierten Kochclub „The Chopping Block“. Es sollte eine sehr erhellende Erfahrung werden. Gleich zu Beginn stellte ich mit Erstaunen fest, dass ein Nudelteig innerhalb von Minuten selbst hergestellt ist. Nach einer wichtigen Ruhezeit für den Teig, wird dieser durch die Pastamaschine gedreht, die man je nach Nudelart flexibel einstellen kann. Unsere Aufgabe war es, Lasagne, Tortellini- und Fettucininudeln herzustellen. Gleichzeitig probierten wir uns an verschiedenen Saucen und Füllungen. Für die Lasagne waren Pilze, Mangold und eine geriebene Mozzarella-/Parmesanmischung vorgesehen, die mit einer Bechamelsauce abgerundet wurde. Die Tortellini bekamen eine Kürbisfüllung verpasst und wurden mit einer Buttersauce gekrönt. Für die Fettucini stellten wir eine Bacon-Marsala-Sauce her, die schon bei der Zubereitung so lecker roch, dass wir uns am liebsten gleich mit in die Pfanne gelegt hätten. 

Ich sammelte in der Kürze der Zeit viele neue Erkenntnisse:
  • Ein selbstgemachter Nudelteig ist ein Kinderspiel und dauert nicht lange
  • Eine ausreichende Ruhezeit ist für den Nudelerfolg entscheidend
  • Eine Soße kann auch ohne Sahne richtig gut schmecken
  • Eine leichten Knoblauchgeschmack erhält man, wenn man die Knoblauchzehen in der Pfanne kurz andünstet und dann entfernt
  • Olivenöl, Olivenöl, Olivenöl
  • Nudelteig wird nie gesalzen, das Nudelwasser dafür umso mehr
  • Eine Brise frisch gemahlene Muskatnuss ist wie das Salz in der Suppe
Ich hatte das Gefühl in ganz neue Kochsphären vorzudringen. Dies hing natürlich auch mit der überaus professionellen Vorbereitung und Durchführung des Pasta-Workshops zusammen. Unsere Kursleiterin erklärte uns detailliert die einzelnen Schritte, hatte ein wachsames Auge auf unsere Aktivitäten und legte durchaus auch mal selbst Hand an, wenn etwas zu misslingen drohte. Wir arbeiteten in Teams zusammen und wechselten uns bei allen Aufgaben ab. Das Kochstudio war wie eine große gemütliche Küche eingerichtet und machte richtig Lust, sich den neuen kulinarischen Herausforderungen zu stellen. Fast alle Teilnehmer waren Wiederholungstäter und fühlten sich schon merklich zu Hause. Der Lohn unserer Mühen war natürlich die Verkostung am Ende des Kurses. Alle Gerichte waren gelungen, die Kursleiterin mit unseren Kochergebnissen zufrieden und wir durften ein doggy bag mitnehmen, um unsere Lieben zu Hause an unseren neu erworbenen Kochkünsten teilhaben zu lassen. Nun fehlte nur noch eine eigene Pastamaschine zu meinem Gourmetglück!

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