Dienstag, 7. Dezember 2010

Christkindlmarket

Der Christkindlmarket geht auf eine Initiative der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer aus dem Jahre 1995 zurück, um die bilateralen Handelsbeziehungen zu fördern. Ein Jahr später fand der erste Weihnachtsmarkt nach dem Vorbild des Nürnberger Christkindlesmarkt am Pioneer Court statt und wurde sofort sehr gut angenommen. Seit 1997 findet er auf der Daley Plaza mitten in Chicago statt und gehört zu den beliebtesten Winterattraktionen. Trotz eisiger Temperaturen herrschte auch in diesem Jahr zwischen den Ständen ein buntes Treiben. Die Aussteller kamen fast ausschließlich aus Deutschland und boten neben klassischem Weihnachtsschmuck und –backwaren auch echten deutschen Glühwein, der stilecht in roten Nikolausbechern verkauft wurde. Auch kulinarisch blieben bei German Bratwurst, Schnitzel und Pfannkuchen keine Wünsche offen. 

Sogar eine Weihnachtskrippe war aufgebaut und aus den Lautsprechern ertönten deutsche Weihnachtslieder. Uns wurde trotz des kalten Windes richtig warm ums Herz. Wir entdeckten selbst Kuckucksuhren in beindruckender Auswahl und Weihnachts-CDs von Peter Alexander bis Heintje. In einer Holzhütte spielte die obligatorische Blaskapelle bekannte Weisen, um die sich aufwärmenden Besucher auf Weihnachten einzustimmen. Eine Sache fehlte jedoch: Ich hatte die leise Hoffnung, dort einen Adventskranz zu finden, konnte aber keinen entsprechenden Stand entdecken. Vielleicht lohnte sich der Export dieses wichtigen Weihnachtsaccessoires nicht oder Kränze werden in den USA prinzipiell aufgehängt und nicht aufgestellt. Oder hatte ich etwa eine vielversprechende neue Geschäftsidee entdeckt?

Nicht zu übersehen ist der mit 7000 Energiesparlampen in den Weihnachtsfarben grün, rot und weiß geschmückte Weihnachtsbaum, der in diesem Jahr zum ersten Mal per Online-Abstimmung ermittelt wurde. Auf der Spitze prangt der Stern von Bethlehem. Insgesamt gingen über 70 Bewerbungen ein, wobei der Baum verschiedene Kriterien erfüllen musste: er musste mindestens 55 Fuß hoch, leicht zugänglich sein und maximal 100 Meilen entfernt von Chicago stehen. Außerdem musste es sich entweder um eine Fichte oder eine Tanne handeln. Offizielle Baumbeautragte der Stadt fuhren die potentiellen Kanditaten ab und prüften, ob alle Kriterien erfüllt waren. Die drei Finalisten wurden dann auf der Website „Major’s Office for Special Events“ (MOSE) zur Abstimmung gestellt. Von den über 5000 Online-Einsendungen sprachen sich mehr als die Hälfte für eine 70 Fuß hohe Tanne aus, die dann am 24.11. im Rahmen einer feierlichen Zeremonie vom Bürgermeister sowie der Spenderfamilie erleuchtet wurde und bis Anfang Januar ganz offiziell im Dienste der Stadt Chicago steht.  

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