Montag, 10. Januar 2011

Skating in the sky

Das Hancock Center bietet dieses Jahr eine besondere Attraktion: Im 94. Stock wartet die höchste Eislaufbahn der Welt auf sportliche Besucher. Die Bilder auf der Website sahen sehr verlockend aus. Zudem sollte die Laufzeit von 25 Minuten nur 5 Dollar kosten – ein echtes Schnäppchen. Auch Schlittschuhe konnte man sich für nur einen Dollar ausleihen.  Meine Kinder waren von der Idee sehr angetan und eine Online-Buchung wurde auch angeboten. Ich schritt also zur Tat. Die maximale Anzahl der verfügbaren Karten pro Laufzeit von 15 Stück ließ mich zwar im ersten Moment stutzen, aber die Größe der Eisbahn von nur 80 m² schien dies zu rechtfertigen. Bei der Buchung stellte sich schnell heraus, dass neben den Karten für die Eislaufbahn auch noch der Eintrittspreis für das Hancock Center gezahlt werden musste. Ok – dies war also der Haken an der Sache, aber auch dies schreckte uns nicht ab.

Da es sich um eine Indoor-Eisbahn handelte, wurde Kunsteis verwendet. Auch damit hatten wir bisher keine Erfahrungen gesammelt. Wir beschlossen trotzdem zu buchen und brachen am frühen Samstagabend zum Hancock Center auf. Gespannt sausten wir in 40 Sekunden nach oben – habe ich schon einmal erwähnt, dass das Hancock Center den schnellsten Aufzug der USA sein eigen nennt? Unsere Ohren können dies jederzeit bestätigen. Nach einem intensiven Druckausgleich stiegen wir aus und bogen um die Ecke. Da stand sie nun – eine schnuckelige Mini-Eisbahn, die in natura ganz anders aussah als auf der Website. Die Bande war viel höher und das Kunsteis sah schon ziemlich mitgenommen aus. Immerhin stimmte die Aussicht.

Wir schnallten unverdrossen unsere Schlittschuhe an und wackelten in Richtung Eingangstür. Nach den ersten Runden verstanden wir auch, warum das Kunsteis auch gut für Anfänger geeignet ist: man kommt nämlich nicht so recht vom Fleck und das Schlittschuhlaufen war eher ein Schlittschuhspaziergang. Wir beschlossen das Beste aus der Situation zu machen und uns zumindest vor der Skyline fotografieren zu lassen. Diese Aktion war wenigstens von Erfolg gekrönt und die Kinder freundeten sich im Laufe der knapp bemessenen Zeit auch mit dem Kunsteis an. Schließlich ging es nicht darum, sportliche Höchstleistungen zu vollbringen, sondern das Gefühl zu verinnerlichen, hoch über den Wolken auf Schlittschuhen stehen zu dürfen. 

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