Vor kurzem flatterte eine Einladung für meine Tochter zu Whirlyball in meinen E-Mail-Briefkasten. Sie war unentschlossen, ob sie teilnehmen sollte, denn von Whirlyball hatte sie noch nie etwas gehört. Wir lasen uns also die Spielregeln im Anhang durch. Das Spiel hörte sich nach einer guten Kombination aus Fun & Action an. Sie wollte trotzdem nicht gleich zusagen und erbat sich etwas Bedenkzeit. Vermutlich wollte sie sich noch mit ihren Schulfreundinnen besprechen. Außerdem war frühes Zusagen bestimmt uncool!
Da sie letztendlich doch beschloss, dem Ereignis beizuwohnen, arbeitete ich mich auch durch den „Waiver“, d.h. die Verzichterklärung durch und gab mein Einverständnis, dass sie das Wagnis Whirlyball auf sich nehmen durfte. Das Event fand an einem Sonntag statt und war für 1,5 Stunden geplant. Wir fanden uns also an besagtem Tag an der angegebenen Adresse ein und meine Tochter steuerte voller Ungeduld auf den Eingang zu. Durch einen langen Flur gelangten wir in einen großen dunklen Innenraum, der fast vollständig von einer weitläufigen Bar mit diversen Sitzecken eingenommen wurde. Von dort aus gelangte man in verschiedene Räume, die Spielgeräte bereithielten oder mit Tischen und Stühlen ausgerüstet waren, um Geburtstagsgesellschaften einen geeigneten Rahmen zu verleihen. Einer dieser Räume besaß eine Glasfront und einen speziellen Bodenbelag für die Whirlyball-Fahrzeuge. Das Spiel entpuppte sich als Mischung aus Autoscooter, Polo und Basketball. Es gab zwei Teams, die versuchten mit einem Plastikschieber, der die Form eines überdimensionierten Eisproportionierers hatte, einen löchrigen Plastikball in Grapefruitgröße in ein Loch zu befördern, das sich in der Mitte einer Holztafel in ca. drei Metern Höhe befand.
Für einen Treffer gab es zwei Punkte, gelang der Treffer von der Mittellinie, wurde man sogar mit drei Punkten belohnt. Eine weitere Möglichkeit Punkte zu sammeln, bestand darin, dass man Strafpunkte des gegnerischen Teams zugesprochen bekam. Und Strafpunkte gab es theoretisch für viele Vergehen. So war es verboten, ein gegnerisches Fahrzeug von hinten zu rammen, heftige Kollisionen zu verursachen, beim Torwurf aufzustehen oder den Sicherheitsgurt abzulegen. Ein Schiedsrichter wachte in einer Glaskabine oberhalb des Spielfelds darüber, dass die vielen Regeln auch eingehalten wurden. In der Praxis erwies sich der Schiedsrichter jedoch nicht als Spaßbremse, denn er vergab während der ganzen Zeit nicht einen einzigen Strafpunkt. Die Kids hatten also ihren Spaß und konnten sich nach Herzenslust austoben. Leider wurde im Eifer des Geschehens der Ball mehrmals tödlich überrollt und musste ersetzt werden. Ich begann langsam die Faszination dieses Spiels zu verstehen und auch meine coole Tochter war noch lange nach ihrem Besuch bei Whirlyball am Schwärmen.