Freitag, 25. Februar 2011

Whirlyball


Vor kurzem flatterte eine Einladung für meine Tochter zu Whirlyball in meinen E-Mail-Briefkasten. Sie war unentschlossen, ob sie teilnehmen sollte, denn von Whirlyball hatte sie noch nie etwas gehört. Wir lasen uns also die Spielregeln im Anhang durch. Das Spiel hörte sich nach einer guten Kombination aus Fun & Action an. Sie wollte trotzdem nicht gleich zusagen und erbat sich etwas Bedenkzeit. Vermutlich wollte sie sich noch mit ihren Schulfreundinnen besprechen. Außerdem war frühes Zusagen bestimmt uncool!

Da sie letztendlich doch beschloss, dem Ereignis beizuwohnen, arbeitete ich mich auch durch den „Waiver“, d.h. die Verzichterklärung durch und gab mein Einverständnis, dass sie das Wagnis Whirlyball auf sich nehmen durfte. Das Event fand an einem Sonntag statt und war für 1,5 Stunden geplant. Wir fanden uns also an besagtem Tag an der angegebenen Adresse ein und meine Tochter steuerte voller Ungeduld auf den Eingang zu. Durch einen langen Flur gelangten wir in einen großen dunklen Innenraum, der fast vollständig von einer weitläufigen Bar mit diversen Sitzecken eingenommen wurde. Von dort aus gelangte man in verschiedene Räume, die Spielgeräte bereithielten oder mit Tischen und Stühlen ausgerüstet waren, um Geburtstagsgesellschaften einen geeigneten Rahmen zu verleihen. Einer dieser Räume besaß eine Glasfront und einen speziellen Bodenbelag für die Whirlyball-Fahrzeuge. Das Spiel entpuppte sich als Mischung aus Autoscooter, Polo und Basketball. Es gab zwei Teams, die versuchten mit einem Plastikschieber, der die Form eines überdimensionierten Eisproportionierers hatte, einen löchrigen Plastikball in Grapefruitgröße in ein Loch zu befördern, das sich in der Mitte einer Holztafel in ca. drei Metern Höhe befand.

Für einen Treffer gab es zwei Punkte, gelang der Treffer von der Mittellinie, wurde man sogar mit drei Punkten belohnt. Eine weitere Möglichkeit Punkte zu sammeln, bestand darin, dass man Strafpunkte des gegnerischen Teams zugesprochen bekam. Und Strafpunkte gab es theoretisch für viele Vergehen. So war es verboten, ein gegnerisches Fahrzeug von hinten zu rammen, heftige Kollisionen zu verursachen, beim Torwurf aufzustehen oder den Sicherheitsgurt abzulegen. Ein Schiedsrichter wachte in einer Glaskabine oberhalb des Spielfelds darüber, dass die vielen Regeln auch eingehalten wurden. In der Praxis erwies sich der Schiedsrichter jedoch nicht als Spaßbremse, denn er vergab während der ganzen Zeit nicht einen einzigen Strafpunkt. Die Kids hatten also ihren Spaß und konnten sich nach Herzenslust austoben. Leider wurde im Eifer des Geschehens der Ball mehrmals tödlich überrollt und musste ersetzt werden. Ich begann langsam die Faszination dieses Spiels zu verstehen und auch meine coole Tochter war noch lange nach ihrem Besuch bei Whirlyball am Schwärmen. 


Montag, 14. Februar 2011

Valentine’s Day

All you need is love – diesen Eindruck gewinnt man unweigerlich, wenn man sich an diesem Tag irgendwo in den USA aufhält. Man entgeht ihnen nicht – den roten bis rosa in jeder Farbnuance vorhandenen Herzchen. Überall hängen, schweben oder stecken sie und erinnern uns daran, dass heute der Tag ist, um die wichtigsten Liebesbotschaften abzusetzen. In jedem Laden warten sie auf uns: Blumen, Süßigkeiten, Ballons, Karten – vorzugsweise in der Form und Farbe der Liebe. Auch im Radio sind die Menschen im Liebesfieber. Da wird diskutiert welches Valentine’s Dinner in welcher Beziehungssituation angemessen ist und welche Lokalitäten die besten Menüs anbieten. Es scheint, dass die ganze Stadt im Liebestaumel versinkt. Dies ist heute etwas ungünstig, da wir durch den – zum Ereignis durchaus passenden - Temperaturanstieg direkt von den Schneeschuhen auf die Schwimmflossen umsteigen müssen. Aber vielleicht ist dieser Tag ja auch als erster zaghafter Vorbote des Frühlings zu verstehen? Wenn die Schneeschmelze mit dem heutigen Liebesfieber korreliert, dann ist der Frühling nicht mehr weit.

Dienstag, 1. Februar 2011

Monster-Blizzard


Nach bisher überraschend milden Wintertagen mit überschaubaren Schneemassen, kam heute das dicke Ende in Form eines sogenannten Monster-Blizzards, der pro Stunde 10 cm Schnee und Windstärken bis zu 100 Stundenkilometer bringen sollte. Die größten Schneemassen sollten uns zwischen 21.00 Uhr bis 5.00 Uhr heimsuchen. Die Sturmwarnung wurde sogar bis morgen um 15.00 Uhr ausgegeben. Das „Office of Emergency Communications“ der Stadt Chicago warnte eindringlich davor, in dieser Zeit das Haus zu verlassen und riet selbst von irgendwelchen Schneeräumaktionen ab. Jede Outdoor-Aktivität wurde als lebensgefährlich eingestuft. 

Meine Kinder waren begeistert, denn die Schulen blieben wegen des Sturms ebenfalls geschlossen. Der internationale Flughafen hatte seinen Flugverkehr fast komplett eingestellt und in vielen Firmen verließen die Mitarbeiter scharenweise bereits am frühen Nachmittag ihre Büros, um noch rechtzeitig vor dem Sturm nach Hause zu kommen.

Seit kurz vor 21.00 Uhr geht es nun in der Tat richtig zur Sache. Der Sturm läuft zur Hochform auf, wirft Schnee, grollt mit Donner, schießt Blitze ab und schickt eisige Winde durch die Stadt. Wir bleiben erst mal im Haus und beten, dass weder die Heizung noch der Strom während der Nacht ausfällt. Das Motto des Tages, der Nacht und auch des nächsten Tages lautet: stay warm and stay inside!