Da Chicago eine internationale Stadt mit verschiedenen Gemeinschaften ist, die teilweise auch in bestimmten Stadtteilen konzentriert sind, wurde das Festival Neighborhoods of the world ins Leben gerufen. Dadurch sollten die Gemeinschaften eine Plattform erhalten, um ihre ethnischen Wurzeln zu zelebrieren und sie einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Diese Veranstaltungen fanden immer sonntags von 12.00 – 17.00 Uhr in den Crystal Gardens am Navy Pier statt. Neben Live-Musik, Tanzaufführungen und Kunsthandwerk wurde natürlich auch mit nationalen Spezialitäten für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt.
Insgesamt präsentierten sich dieses Jahr neun Gemeinschaften mit einem breitgefächerten Programm, das von Amazing India, Chinese New Year Celebration, Africa in Chicago, Kick-Off to St. Patrick’s Day, Celebrate Poland, Bell’Italia, Celebrate Mexico, A Greek journey in the windy city bis zur Abschlussveranstaltung GermanChicagoNow reichte. Letzere wurde in Kooperation mit dem DANK-Haus, dem German American Cultural Center und der Lincoln Square Chamber of Commerce durchgeführt.
Die Crystal Gardens kann man sich als botanischen Garten mit verschiedenen Wasserspielen vorstellen, der sich in einem überdimensionalen Gewächshaus befindet. Als wir dort ankamen, herrschte bereits ein großer Andrang an Besuchern, der das subtropische Klima noch verstärkte. In der Mitte der Gartenanlage war eine Bühne aufgebaut, von der die obligatorischen Klänge einer deutschen Oompah-Band herüberschallten. Ein Blick auf das Musikprogramm offenbarte, dass uns eine wilde Mischung erwartete. So waren Auftritte von Pieptone!, der Paloma Band, den Amazonen, dem Fanfaren Corps of Chicago, den D'Lustigen Holzhacker Buam, der Egerlander Tanzgruppe, and Amazing Mike angekündigt. Wir schlenderten erst einmal zu den Ständen, um uns über die deutschen Aktivitäten in Chicago zu informieren.
Selbstverständlich war das DANK-Haus mit einem großem Stand vertreten. DANK steht für „Deutsch Amerikanischer National Kongress“, wurde 1959 gegründet und ist die größte Organisation für Amerikaner deutscher Abstammung. Lokale Gruppen gibt es in fast allen Teilen der USA – in Chicago allein gibt es über 800 Mitglieder, die durch regelmäßige Veranstaltungen ihr kulturelles Erbe pflegen. Treffpunkt ist das DANK-Haus in der Nähe des Lincoln Square – dem ehemaligen Deutschenviertel, in dem man immer noch verschiedene deutsche Produkte kaufen kann. Bei den Veranstaltungen werden lokale deutsche Traditionen wie Fasching, Tanz in den Mai oder das Oktoberfest gefeiert. Darüber hinaus gibt es eine Kulturküche, in der man sich z.B. in die Kunst der Spätzle- oder der Bratwurstherstellung einweisen lassen kann. Die überschüssigen Kalorien kann man abschließend im Sportsclub abtrainieren. Außerdem werden Deutschkurse für Erwachsene und Kinder „Enroll your little Wunderkind in German class today!“ angeboten.
Wer in Chicago Deutsch lernen will, kann dies aber auch im Goethe-Institut tun, das ein umfangreiches Angebot vorzuweisen hat und regelmäßig kulturelle Veranstaltungen durchführt, um deutschen Künstlern die Möglichkeit zu bieten, ihre Literatur, Kunst oder Musik zu präsentieren.
Wir erfahren, dass es in Chicago seit einem Jahr eine deutsche Schule gibt, allerdings bisher nur in Form eines Kindergartens und einer Vorschule. Ein weiterer Ausbau bis hin zum internationalen Abitur ist aber in Planung.
Die deutsche Gemeinschaft ist also nach wie vor mit einem vielfältigen Angebot aktiv, so dass es jederzeit möglich ist, etwas Heimatpflege zu betreiben.
Tipp: http://www.dankhaus.com/
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