Der 16.05.2011 ist für die Stadt Chicago als historisches Datum in die Stadtgeschichte eingehen, denn heute wurde der frühere Stabschef von US-Präsident Barack Obama, Rahm Emanuel, als neuer Bürgermeister von Chicago vereidigt. Der Weg dorthin war nicht einfach für ihn, denn lange Zeit stand nicht fest, ob er überhaupt als Bürgermeister kandidieren darf. Eigentlich muss nämlich jeder Kandidat mindestens ein Jahr in der Stadt Chicago gelebt haben. Rahm hatte aber die letzten beiden Jahre nachweislich für die Regierung gearbeitet und auch in Washington gewohnt. Da er aber vorher lange in Chicago lebte und auch sein Haus beim Umzug in die Hauptstadt nicht verkaufte, kandidierte er trotzdem und galt von Anfang an als klarer Favorit. Seine Mitstreiter versuchten daraufhin mit Hinweis auf seine strittige Gebietsansässigkeit, ihn durch diverse Klagen von der Bürgermeisterwahl ausschließen zu lassen. Der Fall ging bis vor den obersten Gerichtshof in Illinois, der ihn letztendlich zu Gunsten von Emanuel entschied. Seiner Favoritenrolle wurde er gerecht, indem er es am 22.02.2011 schaffte, bereits im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt zu werden.
Die Zeremonie zur Amtseinführung und die Vereidigung der neuen Stadträte fand im Pritzker Pavillion im Millenium Park statt, den seit Vorgänger, Richard M. Daley, auf einem alten Bahngelände bauen ließ. Dieser war nach einer Amtszeit von über 22 Jahren nicht zur Wiederwahl angetreten. Emanuel sprach in seiner Einführungsrede von einem Neuanfang für Chicago und versprach, sich vorrangig um die Themen Erziehung an öffentlichen Schulen, Kriminalität und eine effizientere Verwaltung zu kümmern. Chicago sei eine Stadt des „Yes we can“ und nicht des „No we can’t“ versicherte Emanuel weiter. Eine große Party zur Amtseinführung wird dieses Mal nicht stattfinden. Ihm sei es wichtiger, dass seine Angestellten morgen früh frisch zur Arbeit erscheinen, ließ er verlauten. Falls er seinen Job so dynamisch angeht wie seine Rede, dann darf man baldige Ergebnisse erwarten.