Als ob wir im normalen Alltagsleben nicht schon genug um die Ohren hätten, beschlossen wir eines Tages als eifriger Nutzer moderner Technologien unsere Kostenstrukturen zu überprüfen und siehe da, es stellte sich heraus, dass das „Triple Play“-Angebot eines Kabelanbieters um einiges günstiger war als unser bisheriges Telekommunikationsunternehmen. Zumindest hatte dies laut Werbeflyer den Anschein.
Manchmal ist allerdings die Beschreibung der angebotenen Dienstleistungen nicht sonderlich aussagekräftig und es besteht weiterer Klärungsbedarf. So hat es mich einige Zeit und Nerven gekostet, den Unterschied zwischen „Performance Internet“, „Lightning-fast Internet“ und „Blazing-fast Internet“ zu klären. Ein Anruf im Servicecenter, bei dem ich es immerhin nach mehreren Minuten zäher Verhandlungen mit einem computergesteuerten Menü schaffte zu einem Servicemitarbeiter durchzudringen, schaffte auch endlich Klarheit über die Anzahl der verfügbaren MBs.
Weiterhin im Dunkeln blieb die Anzahl der verfügbaren Fernsehkanäle. Mehr als „more channels“ und „even more channels“ war den Servicemitarbeitern nicht zu entlocken. Ein schlagkräftiges Argument war jedoch, dass wir unsere bisherige Telefonnummer behalten konnten. So stürzten wir uns mutig in das Anbieterwechselabenteuer und notierten uns freudig den vereinbarten Installationstermin, der kurz nach unserer Rückkehr aus dem Heimaturlaub lag.
Der besagte Tag verging ohne dass ein Techniker erschien oder geschweige denn anrief, um den Termin zu verschieben. Ein Anruf meinerseits brachte Klarheit. Das Unternehmen führt 24 - 48 Stunden vor dem vereinbarten Installationstermin einen sogenannten „courtesy call“ durch, um sich den Termin nochmals bestätigen zu lassen. Diesen hatten wir aber leider aufgrund unserer Reisetätigkeit verpasst. Daraufhin war unser Auftrag einfach storniert worden. Prima. Alles auf Anfang? Und in der Tat mussten wir einen komplett neuen Auftrag erteilen und bekamen folglich auch einen neuen Installationstermin zugewiesen. Dieses Mal schienen wir gewappnet. Insgesamt wurden wir dreimal von einer Computerstimme angerufen, um den Termin zu bestätigen. Jedes Mal stimmten wir erwartungsvoll zu. Doch auch dieser Termin verstrich, ohne dass sich ein Techniker bei uns einfand.
Letztendlich dauerte es Tage, die mit Anrufen bei der Kundenhotline und noch mehr Bestätigungsanrufen verbunden waren, bis endlich und wahrhaftig ein menschliches Wesen mit einem Werkzeugkasten bewaffnet vor unserer Tür stand und gewillt schien, endlich die Installation vorzunehmen. Der Tag der multimedialen Glückseligkeit schien gekommen. Doch weit gefehlt! Es folgten erneut viele Telefonanrufe sowie Tage später ein weiterer Besuch zweier Techniker, diverse Anrufe bei dessen Vorgesetzten und ein halber Nervenzusammenbruch meinerseits, bis das Modem endlich so installiert war, dass sowohl Telefon als auch Internet zufriedenstellend funktionierten.
Ich beschloss spontan, die Signatur einer Bekannten zu übernehmen: Endurance is half the battle! Diese schien allerdings auch bei unserem vorherigen Anbieter bekannt zu sein, denn wenige Tage nach der Umstellung erhielten wir den Anruf einer Servicemitarbeiterin, die uns zu einem Rückwechsel zu überreden versuchte. Obwohl wir dies entschieden ablehnten, vergeht sein Wochen kein Tag, an dem sie nicht mehrmals anruft und versucht, uns umzustimmen. Wir sind sehr gespannt, wie lange sie durchhält, denn wir nehmen die Anrufe schon lange nicht mehr persönlich entgegen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen