Da die
Schule der Kinder die Teilnahme an wohltätigen Sportveranstaltungen fördert,
beschlossen wir dieses Jahr an der Fahrradveranstaltung teilzunehmen.
Die Bike-The-Drive-Veranstaltung hatte dieses Jahr das Ziel, Gelder für
Mountainbikes zu einzusammeln und diese Kindern in Afrika zu gute kommen zu
lassen, damit sich deren Schulweg von 4 Stunden auf 1 Stunde verkürzt, d.h. wir würden für eine gute Sache strampeln.
So
klingelte am Memorial Day-Weekend sonntagmorgens lange vor dem ersten
Hahnenschrei der Wecker. Schlaftrunken und mit ziemlich finsterer Miene wankten
unsere Kinder zum Frühstückstisch. Nach einer kurzen Phase der gegenseitigen
Schuldzuweisung, wer für die in ihren Augen schwachsinnige Idee verantwortlich
zu machen sei, fügten sie sich in ihr Schicksal und widmeten sich nach einer
ergebnislosen Recherche ihrem stärkenden Müsli. Meine Tochter jammerte, dass
sie die einzige aus der ganzen Highschool sei, die an dieser Fahrradtour
teilnehmen musste und hoffte darauf, dass sie niemand auf der Strecke erkannte.
Hinzu kam noch ihre Sorge, ob ihre neuen, künstlichen Fingernägel der
sportlichen Belastung gewachsen waren.
So
rollten wir um 5.30 Uhr in Richtung Lakefront Drive, der sich trotz der frühen
Uhrzeit zügig mit Fahrradfahrern zu füllen begann. Schließlich war dies der
einzige Tag des Jahres, an dem die Stadtautobahn zumindest am Vormittag für den
Verkehr gesperrt war. Wir beschlossen zunächst zum nördlichen Wendepunkt zu
fahren, der sich an der Bryn Mawr Street befand. Da die Sonne sich noch hinter
dicken Wolken versteckte, waren die Temperaturen noch durchaus angenehm.
Außerdem wehte uns der Fahrtwind eine frische Brise um die Nase, so dass wir
langsam aber sicher aufwachten. Nicht alle Teilnehmer fuhren in ihrem
Bike-The-Drive-Shirt, so dass ich mich zunächst dem Studium der diversen
Bikeshirt-Kollektionen widmete, wobei ich den Schwerpunkt meiner Recherche auf
Sporttrikots der Stadt Chicago legte. Neben durchaus sehenswerter Outfits gab
es auch noch die verschiedenen Drahteselvarianten zu bestaunen, denn neben
schnöden Citybikes und Rennrädern waren verschiedene Liegefahrräder, Tandems,
Tridems(?) und sogar Rikschas unterwegs. Beifahrer bzw. Begleitpersonal in Form
von Kindern und Hunden wurden auf Schleppstangen, in Fahrradsitzen respektive
–körbchen und Beiwägen transportiert, so dass bei unserer Etappe bis zum
südlichen Wendepunkt keine Langeweile aufkam.